Anspach/Usingen zu 99 Prozent weiter Landesligist - Becker: Neuer Trainer ist neue Chance
Dirk Ortmann. Erneut hat es in der Handball-Landesliga Mitte der Männer Spannung bis zum letzten Abpfiff gegeben. Eine Dramatik, die sich die Mannen der HSG Anspach/Usingen gern erspart hätten. Auf die allerletzte Minute sicherten sich eine Liga höher die TSF Heuchelheim den Oberliga-Verbleib - sofern die HSG Pohlheim in der Regionalliga nicht mehr in die Abstiegsränge rutscht. Das bedeutet für Landesligist Anspach/Usingen doch noch den kaum noch für möglich gehaltenen Klassenerhalt und damit auch den Ligaerhalt der zweiten und dritten Mannschaften in ihren jeweiligen Spielklassen.
Einen Punkt benötigt Pohlheim noch in den verbleibenden zwei Spielen, um endgültig die Qualifikation für die neue dritte Liga zu schaffen.
Felix Becker, Kapitän der HSG Anspach/Usingen, erfuhr am Sonntagabend durch einen Anruf der UA-Sportredaktion vom Glück der HSG. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", so Becker. "Wir haben nicht mehr daran geglaubt, nur noch gehofft. Der Handballgott meint es gut mit uns, aber bei aller Freude über den Klassenerhalt ist uns klar, dass die kommende Saison sehr schwer werden wird."
Rückblickend bewertet Becker die erste Saison in der neuen Konstellation der HSG Anspach/Usingen als turbulent. "Anfangs haben wir noch mit den Abgängen von Hendrik Schaus und Andre Avemann gekämpft, dann verletzte sich auch noch Andre Costa. Das ist aber gut aufgefangen worden von den Neuen von der Usinger TSG", sagt Becker. "Wir haben untereinander ein sehr positives Verhältnis. Den Jungs aus Usingen tut es gut, dass sie gebraucht werden." Einige aus dem UTSG-Lager stammende Akteure haben in der nun beendeten Spielzeit sicher ihre Leistungskurve nach oben verbessert. "Insgesamt hat uns aber die Konstanz gefehlt. Da merkte man dann doch, dass wir leistungsmäßig dünn besetzt waren", meint Becker.
Der 31-jährige IT-Consultant will jetzt nur noch nach vorne schauen, eine explizite Bewertung der Saison 2009/2010 lehnt er ab. "Es gibt keine Schuldzuweisungen untereinander zwischen Team und Trainer." Ganz wichtig sei der Rückhalt der Fans gewesen. Insbesondere bei "der kleinen Gruppe, die in den Auswärtsspielen immer dabei war", bedankt sich der HSG-Kapitän für die Unterstützung.
Der Blick nach vorne beinhaltet viele neue Personalien. Mit Thomas Heller kommt ein neuer Trainer, der die Liga und viele Spieler kennt. Becker: "Das ist ein klarer Schnitt und eine neue Chance." Mit Heller sollen jetzt noch einige leichte Trainingseinheiten absolviert werden zum Kennenlernen und zur Vorstellung möglicher neuer Spieler. Ein alter Bekannter ist dabei: Christian Pfeifer kehrt vom TV Idstein zu seinem Heimatverein zurück. "Es ist toll, das Christian und Bogdan Ghinea sowie Helmut Michalke fest zugesagt haben für die nächste Saison, obwohl sie nicht wussten, ob es Landes- oder Bezirksoberliga sein würde", sagt Felix Becker, in dessen Worten etwas Aufbruchstimmung spürbar ist. Jetzt muss nur noch die HSG Pohlheim mitspielen.
















